Unsere Trockentrenntoilette – genialer Bausatz von Kildwick

Unsere Erfahrungen mit dem
Trockentrenntoiletten - Holz - Bausatz von Kildwick

>> Wir haben uns schlussendlich einen Trockentrenntoilette Bausatz geleistet <<

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Prolog: Von wegen "stilles Örtchen"

Wir reisen nun seit Januar 2022 in unserem selbst ausgebauten Campervan quer durch Europa – mittlerweile mit unserer Trockentrenntoilette von Kildwick und es sind uns schon so viele interessante Menschen mit noch interessanteren Geschichten, Anregungen und Fragen begegnet. Eine Frage häuft sich besonders: „Wie macht ihr das eigentlich mit dem Klo?“ Zugegeben – So flüssig kommt diese Frage selten rüber, da es in der Gesellschaft noch immer ein ziemlich verpöntes Thema ist. Dabei ist der Toilettengang eines der natürlichsten Dinge der Welt – jeder muss, früher oder später. Jeder verbraucht dabei mehr oder weniger Ressourcen und viele machen sich genau darüber keine Gedanken. Es verschwindet wie von Zauberhand im stillen Örtchen, bequem nach einer frischen, literweise wasserverbrauchenden Spülung. Jedesmal.

Das ist auch unterwegs sehr ähnlich: Über kurz oder lang macht sich jeder die Gedanken: Wo gehen wir hin, wenn wir ein größeres oder auch ein kleineres Bedürfnis haben?

Anfangs hatten wir eine „Notlösung“. Ein einfacher Eimer mit ner 35 Liter – Tüte für alles. Megapraktisch! Am Anfang zumindest… Denn es hat es sehr, sehr schnell unangenehm gerochen, weil Flüssig und Feststoff aufeinandertreffen – dabei reagieren beide miteinander und ein beißender Geruch entsteht. Auch das Entsorgen selbst war ziemlich unangenehm: einen Beutel mit flüssigem Inhalt zu transportieren, wenn der Beutel voll war und man sich mit dem Sägemehl verschätzt hatte. Zudem ist so ein Beutel echt schnell voll, wenn man mal einen Tag im Van verbringt. Und das geht schnell, wenn man auch im Van arbeitet.

Es war schnell klar: da muss eine andere Lösung her. Aber bitte ohne Chemie, ohne großen Wasserverbrauch, ohne irgendwelche Verbrennungstechniken etc. Im Zuge der Recherchen sind wir dann immer wieder an der Trockentrenntoilette (kurz: TTT) hängen geblieben.

Aber hunderte Euros für eine kleine Trockentrennttoilette auszugeben? Das war uns zu dem Zeitpunkt definitiv zu viel. Deshalb wagten wir den Selbstversuch und bastelten eine eigene Trockentrenntoilette á la DIY aus einer normalen Kiste aus dem Baumarkt als „Gehäuse“, einem Eimer Hinten, einem 2,5 Liter ehemals-Essig-Essenz-Kanisterchen für vorne mit einem Trichter dran und dem Sitz vom letzten Eimer drauf. Fertig.

Damit ging es dann auf eine ~2 wöchige Tour durch Bayern. Achtung Spoiler: Noch am Ende der Tour haben wir uns einen TTT Bausatz bestellt, denn das waren toilettentechnisch die un-an-ge-nehm-sten zwei Wochen ever!!

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1. Unsere Erfahrung mit der Trockentrenntoilette

Dadurch, dass Flüssig von Feststoff getrennt ist, ist der entstehende Geruch deutlich (!) weniger, als wenn alles zusammen kommt, da dieser spezielle chemische Prozess nicht zustande kommt. Packt man dann noch das richtige Streu bzw. die richtige Kombination drüber, ist man beim Geruchsthema ziemlich save.

Auch die Entsorgung ist sehr einfach, wir gehen wie folgt vor:

➡️ Deckel auf
➡️ Sitz & Trenneinsatz säubern
➡️ Sitz hoch
➡️ Feststofftank raus
➡️ Flüssigtank raus
➡️ Entsorgen
➡️ Flüssigtank mit ein paar Spritzer Zitronensäure drinnen wieder rein
➡️ Feststofftank mit passendem neuen Beutel wieder rein
➡️ Sitz mit Trenneinsatz wieder rauf
➡️ Deckel drauf, fertig.

Keine Chemiekeulen oder sonstige umweltschädlichen scharfen Mittel, die im Nirvana verschwinden. Das braucht es nicht – es braucht keinen extra Toilettenzusatz der billig hergestellt und teuer verkauft wird. Für den Flüssigtank reicht Zitronensäure oder Essig vollkommen aus und für den Feststofftank reicht auch das richtige Einstreu oder noch besser: als Einstreu für eine Trockentrenntoilette direkt das *Miscanthus Öko-Streu.

Und so geht der Trockentrenntoilette Camper-Style inmitten der wunderschönen spanischen Pampa, direkt hinter einem Olivenstrauch: 😅

Constantin hinter einem Olivenbusch sitzt auf der Trockentrenntoilette

2. Warum eine Trockentrenntoilette? Unsere Gründe dafür

Wie schon erwähnt: Wir möchten keine künstlichen chemischen Zusätze verwenden, die der Umwelt schaden.

Im Laufe der Reise haben wir auch viele Camper gesehen, die mit den dicksten Handschuhen und ihren rollenden Kacketanks den Weg zur Entsorgung zurücklegten, nur um dann mit ziemlich angeekeltem Ausdruck im Gesicht das Brilliantblaue Chemie-Kack-Pi-Gemisch in den Gulli zu leeren. Freude sieht echt anders aus. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich den Feststoffsack tanzend und freudejubelnd in die Tonne werfe, aber ein schlechtes Gewissen, dass wir der Umwelt damit unglaublich schaden würden, ist einfach nicht vorhanden, weil wir uns eben gegen die Chemiekeule und für die Trenntoilette entschieden haben.

Was noch ein wesentlicher Vorteil der Trockentoilette ist, ist der fast nicht-vorhandene Wasserverbrauch. Wir waren schon immer wassersparender unterwegs, aber Spanien hat uns ganz besonders mit dem Thema Wasser sensibilisiert. Spanien war unser erstes Ziel der langen Reise. Ein ziemlich ungewöhnlich trockener Winter – fast kein Flusslauf führte Wasser und der Wassernotstand wurde in Andalusien ausgerufen, als wir dort waren. Wasser bedeutet Leben – warum muss man das dann auch unterwegs literweise „in die Tonne“ werfen?

3. Warum wir uns für eine Trockentrenntoilette von Kildwick entschieden haben

Wir haben keinen geschlossenen Badbereich, deshalb war uns wichtig, dass wir uns keine „Dixi-Klo“ Optik reinstellen, sondern den Bausatz individuell streichen können, sodass die Kildwick Trenntoilette perfekt in den Bus passt.

Da kam uns der *Bausatz von Kildwick gerade recht – fast alles aus Holz, welches perfekt ineinander gesteckt & easy montiert werden kann. Von vorne bis hinten und auch innen kann man das Ganze dann individuell streichen und ans Mobiliar im Camper anpassen. Perfekt, denn so fällt sie zwischen den Bänken nicht auf und es entsteht beispielsweise kein unangenehmes Gefühl, wenn spontan ein Kuschelcamper neben der offenen Schiebetür rangefahren kommt.

Eine Trockentrenntoilette von Kildwick vor einem Olivenbusch und einem Campervan in Spanien in Szene gesetzt

4. Welches Trockentrenntoiletten - Modell von Kildwick haben wir und warum:

Wir haben uns einen Trockentrenntoiletten Bausatz für das Modell „Miniloo“ geholt. Das hat die perfekten Maße für uns und Raidho – der Campervan. Den Aufbau an sich hat Tim erledigt und er fand, dass es super einfach war das Ganze aufzubauen. Alles wurde mitgeliefert, was man dafür benötigt.

Auch die Anleitung ist leicht für jeden verständlich und man kommt mit der Mechanik dahinter ziemlich schnell gut zurecht. Was uns besonders gefallen hat ist, dass alles mit viel Liebe verpackt wurde und da sehr darauf geachtet wird, dass da nichts beschädigt ankommt und alles save ist.

Bausatz der Trockentrenntoilette von Kildwick in dem geliefertem Karton

5. Weshalb ein Spritzer Zitronensäure / Essig nicht verkehrt ist

Wir haben festgestellt, dass zwei/drei Spritzer *Zitronensäure direkt in den Flüssigtank hinein die Bildung von Urinstein vermindert. Zusätzlicher Sideeffect: Es riecht deutlich weniger nach Urin und ist damit nicht nur angenehmer beim Toilettengang selbst. Auch bei einem Spieleabend beispielsweise, wenn die Trenntoilette als Hocher herangezogen wird, hat man den Klogeruch nicht in der Nase.

Aber vorsicht: Das Klo muss natürlich auch wirklich regelmäßig gereinigt werden, sonst wird es ekelig. Wenn der Urinstein bis obenhin steht, dann hilft auch ein Spritzer der Säure nicht viel weiter, besonders bei einem übermäßigen Konsum an Knoblauch, Spargel und anderen Lebensmitteln, die sich auf den Uringeruch auswirken können. Wie und mit Was man das Ganze schön sauber und rein halten kann, gibts im folgenden Absatz:

6. Wie wird die Trockentrenntoilette gereinigt?

  1. Trockentrenntoilette Einsatz: dafür gibt es das *Rote – Beete Reinigungsspray direkt von Kildwick, denn das Material verträgt keine Säure. Einfach einsprühen, abwischen und fertig.

  2. Den Urinkanister schrubben wir immer mal wieder, vorher mit Essig o.ä. „einweichen“ dann ausspülen und den Urinstein rauswischen. Wichtig: Trocknen bevor es wieder verwendet wird, denn Urin reagiert auch in Kombination mit Wasser, was wiederum zu einer größeren Geruchsbelastung führen kann

  3. Der Feststoffeimer gehört immer wieder mal ausgewaschen, denn auch wenn er durch den Müllbeutel normal nicht dreckig wird, haften sich Gerüche an mit der Zeit.

  4. Die Box selbst schleifen wir 1x im Jahr ab und streichen sie neu

Constantin seniert in Spaniens Landschaft hinein auf der Trockentrenntoilette

Wissenswertes zum Thema

F-A-Q´s

Egal welches Modell es wird – eine Trockentrenntoilette funktioniert immer nach dem gleichen Prinzip: Der Feststoff wird vom Flüssigen getrennt aufgefangen. In der Regel gibt es für den Feststoff einen Eimer hinten und für das Flüssige einen Kanister vorne.

Damit das Ganze auch schön an seinen vorhergesehenen Platz ankommt gibt es speziell geformte Einsätze, die den Geschäftsvorgang erleichtern.

Es gibt viel verschiedenes Einstreu für Trockentrenntoiletten, aber das wohl beste laut mehreren Herstellern ist Rindenmulch, wegen der leichten kompostierbarkeit.

Wir haben einiges ausprobiert und sind vom Miscanthus Öko-Streu von Kildwick sehr überzeugt worden – klare Empfehlung deshalb dafür!

Aber als alternatives Einstreu für Trockentrenntoiletten dazu: auch ganz normale Blumenerde funktioniert übergangsweise. Der Nachteil hierbei ist leider, dass diese leicht feucht ist und deshalb gerne gleich zum gammeln anfängt. Supergünstig in Spanien hatten wir 25 Liter für 2,50 Euro bekommen, aber die Hälfte wurde leider schimmlig. 

Auf unserer Skandinavienreise fanden wir aus Platzgrüden die Mischung aus Hanfeinstreu, Aktivkohlepulver & Kaffeepulver auch sehr angenehm. 

Besonders auf Reisen ist die Entsorgung der Trockentrenntoilette relativ einfach.

Der Kanister für das Flüssige kann in jede Toilettenkanalisation reingekippt werden, da keine Chemie verwendet wird. Das heißt auch: Entsorgung auf Stellplätzen, Tankstellentoiletten, öffentliche Toiletten oder die Toilette in der eigenen Homebase.

Der Feststoffanteil wird in der Regel von vornherein in einem Beutel aufgefangen und kann normal im Restmüll entsorgt werden.

  1. Für den Trennaufsatz gibt es das Rote – Beete Reinigungsspray direkt von Kildwick, denn das Material verträgt keine Säure. Einfach einsprühen, abwischen und fertig.

  2. Den Urinkanister schrubben wir immer mal wieder, vorher mit Essig o.ä. „einweichen“ dann ausspülen und den Urinstein rauswischen. Wichtig: Trocknen bevor es wieder verwendet wird, denn Urin reagiert auch in Kombination mit Wasser, was wiederum zu einer größeren Geruchsbelastung führen kann.

  3. Der Feststoffeimer gehört immer wieder mal ausgewaschen, denn auch wenn er durch den Müllbeutel normal nicht dreckig wird, haften sich Gerüche an mit der Zeit.

  4. Die Box selbst schleifen wir 1x im Jahr ab und streichen sie neu.

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