Oink – einfach vegan

Interview mit Tim – Traumberuf veganer Ernährungsberater?

Juni 5, 2020

Tims Weg zum veganen Ernährungsberater

Seine Geschichte ist, so wie bei vielen anderen Menschen auch, einzigartig. Tim Pinkelnig – Stadler ist in der Nähe der Hauptstadt Bayerns aufgewachsen und hat dort seine Lehre zum Groß- & Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Er landete später im Einzelhandel, von wo aus seine Zukunftspläne langsam Form angenommen haben.

Tiere, Umwelt, Menschen – das alles liegt ihm sehr am Herzen und mit dem Zeitpunkt der Umstellung auf die vegane Lebensweise war ihm richtig bewusst geworden: „Das ist es, was mich erfüllt und Sinn ergibt“. Wir haben heute 5 Fragen für euch vorbereitet und ein kleines Interview mit Tim gehalten. Wenn ihr weitere Fragen an ihn habt, dann wendet euch doch gerne direkt via Instagram – Direktnachricht an ihn 🙂

Tim, warum und wie lange lebst du schon vegan?

Ich lebe seit Sommer 2013 vegan. Davor habe ich mich mindestens 10 Jahre vegetarisch ernährt. Ich weiß gar nicht mehr wie es genau war, eine Freundin kam mit dem Thema an und irgendwie wurde da ein Türchen in meinem Kopf geöffnet. ⠀

Ich habe angefangen nachzudenken und mich mit diesem Thema zu beschäftigen. Für mich war schnell klar, dass ich nicht möchte, dass Tiere für mich leiden müssen. Wollte ich davor ja auch schon nicht, nur war mir echt nicht bewusst, was alles hinter der Milchindustrie steckt. Und vor allen Dingen WO überall Tier drin steckt.😔

Je mehr ich mich damit beschäftigt habe, umso mehr habe ich begriffen, dass da nicht nur Tiere leiden. Sondern auch Menschen, die von ihrem Zuhause vertrieben werden (… das ist noch nett ausgedrückt!) und natürlich auch die komplette Umwelt. Man könnte jetzt unzählige Dinge benennen. Fakt ist: Das will ich nicht unterstützen und fühle mich damit definitiv besser als vorher. Es hat übrigends bei mir dann auch nicht lange gedauert, bis ich mich vor den meisten tierischen Produkten richtig geekelt habe.

Was hättest du dir gewünscht, als du angefangen hast dich vegan zu ernähren?

Ich hätte mir definitiv mehr Unterstützung gewünscht und es war zeitweise schon so, dass ich mich sehr alleine gefühlt hatte mit dieser Situation. Es war auch nicht leicht, schnell und einfach an Informationen zu kommen bzw. überhaupt rauszubekommen, wo man fundiertes Wissen über die rein pflanzliche Ernährung finden kann. Es fehlte definitiv ein roter Faden!

Am Anfang ist mir der Verzicht oft nicht so leicht gefallen, gerade bei Käse & vielen süßen Sachen. Dazu muss ich sagen: zu der Zeit gab es auch noch nicht so viele Ersatzprodukte, wie es heute der Fall ist. Ich habe nach und nach immer mehr im “Gelüsterausch” an die Tiere und die Menschen denken müssen – und genau das war der Grund warum ich dann einfach gesagt habe: Nein, das Bedürfnis, rein meine Gelüste zu stillen, darf niemals über dem Wohl von anderen Lebewesen stehen. 

Ja – genau diese Erkenntnis ist oftmals ein schleichender Prozess. Bei manchen geht das innerhalb von wenigen Tagen und bei anderen wiederum dauert das einige Monate bis sogar Jahre. Leider wird viel zu oft, vor allem im Internet suggeriert, dass die Ernährungsumstellung von heute auf morgen funktionieren muss und man selbst perfekt und sozusagen päpstlicher als der Papst sein sollte um “richtig vegan” zu sein. Es fehlte mir eine Community oder einfach jemand, der auch dieses nicht-perfekt-sein-müssen vorgelebt hätte.

Was hat dich dazu bewogen, die Ausbildung zum veganen Ernährungsberater zu machen?

Die Menschen, die anfangen sich mit dem veganen Thema zu beschäftigen, sind oftmals von der Informationsflut und den eigenen Gefühlen überwältigt. Es gibt viele Community´s, unzählige Blogs und zahlreiche Webseiten, die sich mittlerweile genau mit diesem Thema beschäftigen. Mir ist aber aufgefallen, dass vielen Quellen eine Sache fehlt: ein leicht verständlicher Leitfaden, der speziell für den Einstieg und für die ersten Monate zur veganen Ernährungsumstellung ausgelegt ist. 

Als ich dann schlussendlich auf ecodemy *[eine Fern bzw. Online – Bildungsstätte für vegane Ernährungsberater] gestoßen bin, ist mein Wissensdurst erst recht geweckt worden: der Wunsch danach, genau das beruflich machen zu können, was mich so begeistert und wo ich zu mindestens 100% dahinter stehe, war riesig! Ich habe ja generell ein riesen Interesse an der Wissenschaft und die Ausbildung zum veganen Ernährungsberater, sowie das Unterstützen von Menschen und ihrer Ernährung, war genau das, was ich wollte und was mein Leben erfüllt. 

Was hast du denn davor gemacht?

Ich habe lange Zeit im Einzelhandel verbracht und gearbeitet. Zuletzt in einem Kreativ – Handel, der mir zwar einen gewissen Freiraum brachte, aber mich auch nicht richtig ausfüllte. Kennst du den Begriff “Boreout”? Das ist das Gegenteil von Burnout. Es geht dabei um “Ausgelangweilt – Sein” – der Körper kann hierbei zwar genügend zu tun haben, aber der Kopf ist viel zu wenig ausgelastet.

So ähnlich erging es mir auch die letzten Jahre lang. Mit der Selbstständigkeit kam die Freude am Tun aber schlagartig zurück und das ist mEn. ein weiterer wichtiger Faktor für ein gesünderes Leben. Des Weiteren hatte ich nebenbei noch Psychologie studiert, aber noch nicht beendet, weil zwischendrin einfach andere Dinge wichtiger wurden. Das Studium wird aber definitiv zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt. 

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

In erster Linie möchte ich Menschen beim Umstieg auf die vegane Ernährungsweise unterstützen bzw. vegan lebende Menschen dabei helfen, dass sie ein Bewusstsein bekommen für eine ausgewogene und vollwertige Ernährung. Die Arbeit als Ernährungsberater erfüllt mich sehr und es freut mich für jeden Einzelnen, der sich dank meiner Unterstützung vitaler, leichter & kräftiger in seinem Leben bewegen kann. 

Ein großes privates Ziel ist es außerdem noch Europa zu bereisen und die kleinsten Winkel und Ecken zu erforschen – vom Süden Portugals bis in den hohen Norden über dem Polarkreis soll alles mit dabei sein und kann sich gerne über mehrere Jahre ziehen. Während wir dann durch Norwegen streifen, werden wir uns dort um ein Grundstück oder ein kleines Häuschen umsehen und uns dort sozusagen einen Hauptsitz anlegen, von dem aus wir weitere spannende Gegenden bereichen werden. Dass die Arbeit als Ernährungsberater mit den Kunden individuell und ortsunabhängig online stattfindet, ist hierbei ein klarer Vorteil – sowohl für die Kunden als auch für mich 😀

Quellenverzeichnis

Das Interview entstand in Zusammenarbeit von Constantin Pinkelnig & Tim Pinkelnig-Stadler.